Wasserzeichen
Entstehung der Wasserzeichen
Bei der Handwerklichen Herstellung von Papier wurde mit Schöpfsieben (Schöpfformen) gefertigt. Das Schöpfsieb bestand im wesentlichen aus dem Rahmen und dem Siebgeflecht. Parallel verlaufende Stege gaben dem Rahmen Festigkeit und den Siebgeflecht Halt. Das Siebgeflecht setzte sich aus eng gefügten Bodendrähten (Rippdrähten) und rechtwinkelig zu diesen, in der Regel auf der Höhe der Stege darüber verlaufenden Binddrähten (Kettdrähten) zusammen.
Um das Wasserzeichen zu erzeugen, wurde auf der Innenseite des Siebgeflechts eine Drahtfigur aufgenäht. Wenn nun das Schöpfsieb in die Bütte eingetaucht und mit Papiermasse gefüllt wieder herausgeführt worden war, zog der Sog des Abfließenden Wassers die feinen Leinenfasern (Hadernfasern) auf dem Sieb zu Papierbogen zusammen. Dabei bildete sich unmittelbar über den erhabenen Drahtzeichen eine dünnere Papierschicht als in den umgebenen Flächen. Die Drahtfigur prägte sich somit in den Papierbogen ein und bewirkte in ihrem Verlauf eine höhere Lichtdurchlässigkeit als in ihrer Umgebung. Gleichzeitig haben auch andere Teile des Siebgeflechts, wie die Bodendrähte oder Binddrähte, auffällige Spuren hinterlassen. Alles, was im Durchlicht als transparente Linie sichtbar wird, ist auf der Sieb zugewandten Seite des Papierbogens als Rille eingeprägt und kann im Streiflicht als Schatten erkannt werden.
Das früheste bislang bekanntgewordene Wasserzeichen ist in einem italienischen Papier enthalten, das wahrscheinlich dem Jahre 1282 entstammt. Es stellt ein griechisches Strichkreuz mit kleinen Kreisen an den Balkenenden dar.
